Cannabis Tee – Decarboxylierung und Potenzial für die Medizin

Cannabis Tee wird in der Medizin gerne als Alternative Einnahmemethode zum Vaporisieren oder Essen von Edibles verwendet. Damit sich die Wirkstoffe aus den Cannabisblüten lösen, müssen Sie jedoch einige Aspekte beachten. Insgesamt lösen sich etwa 10 % der Wirkstoffe in der Hanftee-Zubereitung auf, sofern die sogenannte Decarboxylierung korrekte durchgeführt wurde.

Was ist die Decarboxylierung und was hat sie mit Cannabis-Tee zu tun?

Cannabismedikamente basieren auf medizinischen Wirkstoffen wie THC, CBD, CBG oder CBC. Es existieren mehr als 100 verschiedene Cannabinoide in der Hanfpflanze. Hier liegen sie jedoch nicht in ihrer reinen Form vor, sondern in einer Säureverbindung. So nennen sich die bekannten Cannabinoide als Carboxylsäure THCA, CBDA etc. Diese Säureverbindungen sind für die Medizin weniger wirksam als die reine Form der Cannabinoide. Aus dem Grund müssen diese chemischen Strukturen mithilfe der Decarboxylierung aufgebrochen werden. Mithilfe hoher Temperaturen durch verdampfen oder auskochen der Blüten erfolgt die Decarboxylierung problemlos.

Wie erfolgt die Decarboxylierung für Cannabis Tee?

Um die Wirkstoffe der Cannabispflanze im Tee freizusetzen, muss das pflanzliche Teeextrakt erhitzt werden. Das können Sie entweder tun, indem Sie die Cannabisblüten vor der Teezubereitung in den Backofen zehn Minuten bei 140 °C erhitzen und sie im Anschluss mit heißem Teewasser überbrühen, oder wenn Sie die Cannabisblüten mit dem Teewasser zusammen kochen. Sie können die Decarboxylierung somit vor oder während der Teezubereitung durchführen. Welche Variante Sie wählen, bleibt ganz Ihnen überlassen.

Methode 1: Decarboxylieren vor der Teezubereitung

Nachdem Sie die Blüten zehn Minuten bei 140 °C im Backofen erhitzt haben, nehmen Sie die Cannabisblüten aus dem Ofen und übergießen Sie sie mit 250 ml siedenden Wasser. Im Anschluss sollte der Cannabis Tee ca. 15 Minuten ziehen. Beachten Sie, dass THC nicht wasserlöslich ist. Aus dem Grund benötigen Sie einen fetthaltigen Trägerstoff wie Kokosfett, Sahne oder Butter. Geben Sie hiervon ein wenig in Ihren Tee, dann löst sich auch der Wirkstoff THC in Ihrem Tee auf.

Methode 2: Decarboxylieren während der Zubereitung

Wenn Sie sich den Aufwand mit der Decarboxylierung im Backofen sparen möchten, können Sie den Tee auch direkt im Teewasser kochen. Nutzen Sie hierfür einen geschlossenen Topf, den Sie mit 400 ml Wasser befüllen. Geben Sie die Cannabisblüten hinzu und kochen Sie das Gemisch eine Weile. Denke Sie jedoch auch hier an einen fetthaltigen Trägerstoff, um Tetrahydrocannabinol in Ihrem Cannabis Tee aufzulösen.

Worauf müssen Sie bei der Einnahme von Cannabis Tee achten?

Cannabis Tee ist bei Patienten eine beliebte Einnahmemethode der wirksamen Cannabinoide und stellt eine gesündere Alternative zum Rauchen dar. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie den Extrakt nach der Decarboxylierung mit warmen oder kalten Wasser trinken. Dennoch müssen Sie auch bei dieser vermeintlich harmlosen Medikation auf die Dosierung der Blüten achten. Wie viele Blüten Sie in Ihren Tee tun, sollten Sie mit Ihrem Arzt im Vorhinein absprechen. Allgemein gilt: Weniger ist mehr. Fangen Sie mit einer geringen Dosierung an und erhöhen Sie diese in Absprache mit Ihrem Arzt langsam. So verhindern Sie unschöne Nebenwirkungen einer Überdosierung.

Hanftee Wirkung bei zahlreichen Beschwerden

Wenn Sie die Wirkstoffe der Cannabispflanze in Form von Tee zu sich nehmen, tritt die Wirkung im Regelfall etwa nach 90 Minuten ein. Insbesondere bei Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen sowie bei Magenkrämpfen ist die Teezubereitung wirksam. Mithilfe von Cannabis Tee und den darin befindlichen Cannabinoiden kann sich der Verdauungstrakt entspannen und eine leicht appetitanregende Wirkung erzielt werden. Des Weiteren zeigt sich, dass Cannabistee das Nervensystem beruhigt und damit zur Stressbewältigung beiträgt. Die genaue Wirkweise von Cannabistee ist abhängig von den Inhaltsstoffen der Cannabisblüten. Folglich besteht in diesem Bereich – ähnlich wie bei anderen Cannabismedikamenten – ein hoher Forschungsbedarf zur Standardisierung und Wirkweise verschiedener Tees.

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