Comparis, Krankenkassen und Gesetze: Was Ihre Rechte und Pflichten sind

Im Spätsommer bereiten die Schweizer Krankenkassen die Prämienhöhen für 2020 vor, die sie gegen Ende des Jahres auch den Versicherten vorstellen werden. Statistiken und Zahlungen der letzten Monate bilden die Basis für die Schätzung. Wie viel Geld sie im kommenden Jahr brauchen werden, generiert u.a. die Forderung der Prämien. Als Versicherte müssen Sie die Kosten zwar akzeptieren, haben jedoch einige Rechte, um dabei Geld zu sparen.

Ambulante Arztkosten

Seit bekannt wurde, dass im ersten Quartal des Jahres 2019 die ambulanten Arztkosten gestiegen sind, werden Forderungen seitens der Ärzte nach einem neuen Vorgehen laut. Zu Erinnerung: In 2017 und 2018 sind die Prognosen mit rund 4% vergleichsweise hoch gewesen, weshalb der Anstieg von 1,2% in 2019 nicht wenige überraschte. Trotzdem rät nun auch das Bundesamt für Gesundheit offiziell zu einem Vergleich der Krankenkassen, damit Versicherte die Prämienhöhen der verschiedenen Kantone vergleichen können und zu der für sie günstigsten Wechseln können. Möglich macht das unkomplizierte Wechseln, dass die Leistungden der Grundversicherung gesetzlich geregelt sind und für alle gleich.

 

Ärzteverband: Nicht nur die Kosten der Behandlung geben Ausschlag

Laut dem Ärzteverband solle der Fokus in Zukunft nicht mehr allein darauf gerichtet werden, wie teuer eine Behandlung ist, sondern auch darauf, wie schnell sie hilft – und ob überhaupt. Denn wenn ein Patient oder eine Patient schneller wieder gesund ist und arbeiten gehen kann, könne auch an eventuellen Pflegekosten oder dem Arbeitsausfall eingespart werden. Diese Rechnung werde laut Ärztekammer enorm vernachlässigt. Die Gesamkostensicht solle in Zukunft eine höhere Rolle spielen. So lautet die Forderung einer Ergänzung des Versicherungsgesetzes: Behandlungskosten und Arbeitsausfälle sollen von derselben Versicherung getragen werden.

Prämien für Universalversicherung bliebe gleich

Auch Versicherte profitierten davon, denn die Kosten der Prämien für die Versicherungen blieben unverändert. Hohe Behandlungskosten würden durch niedrige Arbeitsausfallkosten aufgewogen werden. Doch noch ist dies Zukunftsmusik, denn die Versicherten können höchstens in Form von Vergleichsportalen wie Comparis Krankenkassen vergleichen und die günstigste Kasse für ihre Region heraussuchen. Damit erreichen sie Einsparungen von bis zu 49 Franken im Monat, die durchschnittlich zu viel von den Schweizerinnen und Schweizern gezahlt werden.

Im September steht fest, wie viel die Kosten für 2020 steigen werden. Vorschläge der einzelnen Kassen können schon früher erwartet werden, doch die Genehmigung durch das BAG bleibt noch aus. Prognosen zufolge sollen die Kosten um zwei bis drei Prozent steigen.

Dieses Recht haben Sie

Als Versicherte in der Schweiz haben Sie jedes Jahr das Recht, die Grundversicherung zu wechseln, wenn Sie es möchten und dadurch sparen können. Voraussetzungen sind dabei lediglich, dass alle offenen Rechnung der alten Kasse getilgt sind und Sie Ihre Kündigung innerhalb der Kündigungsfrist bis zum 30. November einreichen. Beachten Sie, dass der Poststempel nutzlos ist, da allein der tatsächliche Eingang der Kündigung bei der Kasse während der Bureauzeiten gilt und nicht das Datum des Poststempels.

Für die Zusatzversicherungen gelten andere Fristen und die Versicherungen haben auch keine Pflicht, Sie aufzunehmen, sondern können nach einer erneuten Gesundheitsprüfung neu entscheiden. Daher sollte vor der Kündigung eine Zusage der neuen Versicherung vorliegen.

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